Planung und Umsetzung

1_Grundlagen der Planung

Die Anlage der Ackerrandstreifen erfolgt in Heilbronn auf Grundlage von Biotopverbundplanungen, die für jeden Stadtteil vorliegen. Um eine erosionsschützende Funktion zu erfüllen, sind darüber hinaus bodenkundliche Aspekte zu berücksichtigen.

2_Beteiligung

Die Umsetzung von Konzepten zur Anlage von Ackerrandstreifen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Landwirten. Auf der Grundlage der vorliegenden Planungen entwickeln interessierte Landwirte, Vertreter der Kommune und Fachplaner eine Flächenkonzeption für Randstreifen. So kann beispielsweise beim primären Planungsziel Bodenschutz die Ortsgruppe des Bauernverbandes zu einem Feldtermin einladen, bei dem die Wasserfließwege, Bodenverschlämmungsrisiko und Bewirtschaftungsverfahren wie Bodenbearbeitungstyp oder Fruchtfolgegestaltung aufgezeigt werden. Die Ergebnisse fließen in die Maßnahmenskizze zur Randstreifenanlage ein . Bei einem weiteren Gruppen- oder Einzelgespräch kann noch Lage, Größe oder Form der Randstreifen an Betriebsbedürfnisse angepasst sowie die bodenschützende Wirkung erläutert werden.

3_Planung

Beim Planungsziel Bodenschutz stehen durchgängige, d.h. riegelartige Grünlandstreifen quer zum Gefälle im Vordergrund, häufig mit einem Abstand von 200 bis 300 m. Abstand und Lage sind vor allem abhängig von Bodenart, Hangeigenschaften und Abflussbahnen. Die optimierte Lage ist mit Informationen aus dem Feldtermin, der Tabelle „Anlagekriterien“ sowie der „Schnellhilfe Bodenschutz“ im Anhang abzuleiten. Für das Planungsziel Naturschutz ist das örtliche Biotopverbundkonzept die Basis . Die Anlage von Ackerrandstreifen wirkt in vielen Fällen bodenschützend und verbessert gleichzeitig die Lebensgrundlage von Tieren und Pflanzen.

4_Anlage

Bei der Anlage von Randstreifen sollten unabhängig vom Planungsziel regionale Saatgutmischungen ausgesät bzw. standorttypische Gehölze regionaler Herkunft gepflanzt werden. Für die Anlage von dauerbegrünten Randstreifen in Heilbronn ist in der Tabelle „Ansaatmischung“ ein Beispiel aufgelistet. Falls abweichende Anlageziele bestehen, sind auf Seite 15 Beratungsstellen aufgelistet. Zur standortgerechten Anpflanzung von Hecken und Obstbäumen gibt es informative Literaturtipps unter [2], [6] und [7].

5_Pflege

Grünlandstreifen entlang von Ackerflächen, die der EU-Förderung unterliegen, dürfen erst ab 1. Juli gemäht werden. Um den Zielen des Naturschutzes und Bodenschutzes gerecht zu werden, sind jedoch teilweise frühere Pflegezeitpunkte je nach Funktion der Randstreifen erforderlich. Diese müssen nach Zustimmung durch die Untere Naturschutzbehörde vom jeweils zuständigen Landwirtschaftsamt genehmigt werden. Für den Bodenschutz ist es günstig, den Regenwürmern Mitte Juni mit dem Mulchgut Nahrung anzubieten. Dafür lockern sie den Boden und verbessern den Wasserrückhalt. Ausgewachsene Pflanzenbestände bilden hingegen die Lebensgrundlage für viele Tiere und sind deshalb für Naturschutz und Landschaftsbild förderlich. Ergänzend dient eine Abstimmung der Landwirte hinsichtlich eines vielfältigen Kulturpflanzenwechsels den Schutzzielen.